Die geplanten Kürzungen der Bayerischen Staatsregierung beim Familiengeld werden mit Umschichtungen begründet für die Stärkung der Strukturen. Ja, es braucht dringend die defizitdeckende Refinanzierung der Kosten für Kinderbetreuung in Kinderkrippe, Kindergarten und Hort. Die Trägerschaft wird nämlich bisher bei den Wohlfahrtsverbänden zu einem erheblichen Anteil aus Eigenmitteln finanziert. Denn mitnichten sind die Angebote der kommunalen Daseinsvorsoge ausreichend refinanziert. „Wir zahlen jedes Jahr hunderttausende Euro drauf, weil Kommunen und Land ihrer Verantwortung nicht gerecht werden“, so Brigitte Protschka, Präsidentin der schwäbischen Arbeiterwohlfahrt. Dass der Freistaat dieses Problem nun benennt, ist spät – vielleicht zu spät. Denn Einrichtungen werden geschlossen, Wohlfahrtsverbände geben Trägerschaften zurück. So auch die AWO Schwaben, die zum neuen Schuljahr einen Hort in Augsburg aufgeben musste, da die Stadt Augsburg nicht zu bewegen war, das Jahr für Jahr aus dem Betrieb entstehende Defizit aufzufangen.
Der Kabinettsbeschluss, das Familiengeld um die Hälfte zu kürzen und mit diesem Geld die Strukturen zu fördern, ist jedoch der falsche Ansatz. Brigitte Protschka: „Es braucht mehr Geld im System der Familienförderung und -entlastung! Da hilft es nicht, es den Familien wegzunehmen. Kinderarmut ist ein reales und großes Problem – auch in Bayern. „Wir fordern die Verantwortlichen auf, die Priorisierung in den Haushaltsdebatten auf die Bildung und Erziehung der Kinder zu legen, auch wenn die Finanzsituation angespannt ist. Hier zu sparen, ist falsch! Bayern ist auf dem Weg, familienunfreundlich zu werden! Die Kinder- und Familienpolitik in Bayern ist zunehmend von sozialer Kälte geprägt“, so die stellvertretende Landesvorsitzende der AWO in Bayern, Brigitte Protschka.






















































